Der Schrittzähler

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Die eigenen Schritte zu zählen, das ist keine Idee von heute. Vielmehr war es der Beginn der Längen- oder Entfernungsmessung.

Irgendwo und irgendwann vor etwa 4.000 Jahren war es in Mesopotamien, dem alten Ägypten oder auch in Babylonien notwendig, einheitliche Maße festzulegen. Die frühen Hochkulturen waren dabei, große Bauwerke zu errichten und das funktioniert nicht, indem Abmessungen über den Daumen geschätzt werden.

So kam das erste standardisierte Längenmaß zustande, die Elle, der Unterarm des Mannes. Sehr praktisch, denn dieses Längenmaß war jederzeit greifbar. Genauso funktionierte es mit der Messung von Entfernungen, hier wurde der „Fuß“ eingeführt, eben die Länge eines Fußes von einem männlichen Erwachsenen.

Immerhin ein Längenmaß, das sich bis heute erhalten hat, zumindest in den USA, wo der „Feet“ nach wie vor verwendet wird. Die Ägypter vererbten den „Fuß“ an die Römer, die daraus die Meile ableiteten, wobei eine Meile 1.000 Doppelschritten entsprach und ein Doppelschritt in fünf römische Füße unterteilt war. Schritte waren folglich der Anfang der Entfernungsmessung, wobei zu vermuten ist, dass die ersten Schrittzähler dieser Welt Menschen waren, die schlicht und einfach ihre Schritte zählten und sich die Zahl merkten oder aufschrieben.

Heute geht das einfacher, indem die jeweilige Person einen mechanischen, automatischen, elektromechanischen oder digitalen Schrittzähler mit sich führt. Dieser registriert die gegangenen Schritte und speichert sie in einem Zählwerk oder in einem Mikroprozessor. Allerdings bestehen heutzutage andere Beweggründe, um die eigenen Schritte zu zählen.

Warum einen Schrittzähler verwenden?

Sicher haben Sie in Ihrem Leben schon einmal Tage erlebt, an deren Ende Ihre Füße vom vielen Laufen schmerzten und Sie sich fragten, wie viele Kilometer das denn heute waren, die Sie vielleicht bei der Arbeit zurücklegten?

Das jedoch ist eher die Ausnahme. In unserer modernen Gesellschaft bewegen wir uns im Durchschnitt viel zu wenig. Immer mehr Büro-Arbeitsplätze, immer mehr Fahrstühle, immer mehr Rolltreppen und nicht zuletzt immer mehr Autos. Mehr Bewegung tut folglich Not.

Wanderer und Sportler nutzen den Schrittzähler schon seit längerem, um ihre Leistung in verschiedenen Zeiträumen zu erfassen. Der erste mechanische Schrittzähler wurde übrigens bereits im Jahr 1780 gebaut und zwar, wen wundert es, von einem Schweizer Uhrmacher.

Derselbe Mann, Abraham-Louis Perrelet, erfand zudem unter anderem den Automatik-Aufzug für mechanische Uhrwerke. Doch zurück in das hier und heute. Der moderne Mensch benötigt Motivation, um sich mehr zu bewegen und genau diese Motivation bietet ein Schrittzähler. Denn Leistungsmessung gehört in unserer Gesellschaft zu den Grundprinzipien im Alltag, ob nun Freizeit oder Beruf.

Da aber kaum jemand sich die Mühe machen wird, die eigenen täglichen Schritte zu zählen um so zu erfahren, in welchem Maß die Bewegung erfolgte, ist ein Schrittzähler eine durchaus praktische Angelegenheit. Der Gesundheit nützt die Motivation durch den Schrittzähler auf jeden Fall, denn er fördert den Reiz, mehr zu laufen, um vielleicht die gestrige Tagesleistung zu übertreffen.

Quasi eine Sportwette mit sich selbst. So mancher Hersteller unterstützt dies, wie etwa das in Kyoto, Japan, ansässige Unternehmen Omron, einer der größten Produzenten von Schrittzählern weltweit. Manche Omron-Modelle belohnen ihre Besitzer mit einem jubelnden Männchen auf dem Display, wenn eine bestimmte Leistung erreicht wurde.

Schrittzähler nach Bauweise

Zuerst sollte auf die Schrittzähler-Apps eingegangen werden, die es teilweise kostenlos für die Installation auf dem Smartphone gibt. Diese greifen auf die in den Handys verbauten Beschleunigungs- und Gyrosensoren zurück, um die Schritte des Nutzers zu zählen.

Im Grunde basieren so gut wie alle digitalen Schrittzähler auf dieser Technik, die oft fälschlicherweise als Bewegungssensoren bezeichnet werden. Während jedoch Bewegungssensoren die Lageveränderung einer Schwungmasse registrieren, funktionieren Beschleunigungssensoren mittels Zug und Druck.

Sie kommen in Smartphones hauptsächlich für die Navigation wie auch für die Display-Umschaltung zur Anwendung. Diese Sensoren, sogenannte mikro-elektro-mechanische Systeme sind sehr kostengünstig in der Fertigung und zugleich sehr robust, da sich die mechanischen Bewegungsabläufe im Mikro-Millimeter-Bereich bewegen. Die Schrittzähler-App im Handy könnte also wie ein eigenständiger Schrittzähler funktionieren, wenn da nicht die Problematik der Handhabung wäre.

Smartphones werden meist in der Hemd- oder der Hosentasche getragen. Auch wenn die Sensoren eine extrem hohe Messempfindlichkeit besitzen, so können sie die Übertragung von verfälschten Signalen nicht von den richtigen Signalen unterscheiden. Das hat zur Folge, dass meist viel mehr Schritte gezählt werden, als tatsächlich zurückgelegt wurden. Um genauere Daten zu erhalten, sollte ein Schrittzähler am Arm- oder noch besser am Fußgelenk getragen werden.

Weitere Bauformen:

Rein mechanische Schrittzähler: Zählung der einzelnen Schritte mittels Daumendruck.

Automatische Schrittzähler: Funktionsweise ähnlich einer Automatik-Armbanduhr

Elektromechanische Schrittzähler: Hier kommt ein Piezo-Element zum Einsatz.

Digitale Schrittzähler: Beschleunigungs- und Gyrosensoren

Die digitalen Schrittzähler machen heute mit großem Abstand die Masse der angebotenen Schrittzähler aus. Entweder am Arm zu tragen oder mit einem Clip am Körper zu befestigen.

Die zuverlässigste Methode, am Fußgelenk, wird nur relativ selten angeboten. Natürlich bieten digitale Schrittzähler dank des eingebauten Microcontrollers und einer zusätzlichen Speichereinheit eine ganze Reihe von Zusatzfunktionen, so etwa:

  • Bluetooth
  • GPS
  • Kalorienzähler
  • Fortschrittsanzeige
  • Uhrzeit
  • Start-Stop-Funktion
  • Countdown
  • Pulsmessung
  • Schlafmonitor
  • Distanzzähler
  • Wetteranzeige
  • SMS- oder Anrufalarm
  • Wecker
  • Kalender

Je nach Ausstattung kann der Funktionsumfang eines Schrittzählers ähnlich hoch wie der eines Smartphones sein. Je nach Gerät besteht sogar die Möglichkeit, dass nicht nur Schritte gezählt werden, sondern ebenso andere Bewegungsabläufe, etwa beim Radfahren. Zudem sind die meisten der Geräte zumindest feuchtigkeitsabweisend oder sogar wasserdicht.

Hersteller von Schrittzählern

Die Liste der Produzenten von Schrittzählern ist lang. Allein die weltweit größte Online-Verkaufsplattform Amazon führt über 50 Hersteller im Sortiment, darunter natürlich praktisch alle großen Firmen, die sich mit der Fertigung von Smartwatches beschäftigen, bei denen der Schrittzähler zur Standardausstattung gehört. Nachfolgend eine kleine Auswahl der wohl bekanntesten Unternehmen der Branche:

  • Omron
  • Sony
  • Silva
  • Fitbit
  • Polar
  • moreFit
  • EFOSHM
  • Nakosite
  • Muzili
  • CSX
  • TomTom
  • Garmin
  • Apple

Natürlich sorgt ein so großes Sortiment unterschiedlicher Schrittzähler für die berühmte Qual der Wahl, welches der Geräte denn am ehesten für den eigenen Bedarf geeignet ist.

Auch das Budget wird hierbei eine Rolle spielen. Die Preisspanne für die Schrittzähler bewegt sich von 70 Cent für ein sehr einfaches Gerät mit nur einer Funktion, dem Zählen der Schritte, bis zur Apple Watch in einer Sonderedition von Brikks, die auf satte 115.000 Dollar kommt.

Die hat nicht nur den üblichen Funktionsumfang der Apple-Smartwatches, sondern besteht aus 18-Karat-Gold, das mit Diamanten verziert ist, die noch einmal 11,3 Karat ausmachen. Das ist dann wohl Fitness der gehobenen Art.

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