Project Treble: Warum Android-Updates in Zukunft schneller und leichter werden

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Das mobile Betriebssystem Android von Google hat ein Problem. Alle paar Monate kommt eine neue Version auf den Markt – doch der Nutzer hat davon in der Regel wenig, sind es doch die Hersteller der Smartphones, welche die Updates verteilen. Und die lassen sich oftmals viel zu viel Zeit mit der Aktualisierung. Warum sich das in nächster Zeit ändern wird und wie wir Nutzer davon profitieren, stellen wir in diesem Artikel vor.

Google Android: Die Fragmentierung nervt

Schon im Dezember 2017 brachte Google Android 8.0 Oreo heraus. Bis heute sind aber nur die wenigsten Smartphones und Tablets mit der neuen Version ausgestattet. Warum eigentlich?

Das Problem liegt nicht bei Google, sondern bei den Herstellern. Die installieren nämlich in den seltensten Fällen ein reines Android, sondern basteln an eigenen Versionen, die über zusätzliche Funktionen verfügen. Hinzu kommen eigene Apps, die auf den Geräten vorinstalliert sind – ob nützlich für die User oder nicht, sei mal dahingestellt. Jedenfalls dauert es eine ganze Weile, bis die Hersteller ihre angepasste Android-Version ausgiebig mit den eigenen Smartphones getestet haben. Dann folgt in der Regel ein öffentlicher Betatest, bei dem Nutzer eingeladen werden, die noch nicht ganz fertige Version auf ihren Geräten zu installieren. Erst wenn dieser Test final abgesegnet wurde, kommt die eigentliche, neue Version von Android in Umlauf. Das dauert in der Regel mehrere Monate und der Kreislauf beginnt erneut.

Hinzu kommt noch ein anderer Grund, warum Smartphones nicht sofort mit neuer Android-Software versehen werden. Hersteller verpflichten sich in der Regel nur für 18 Monate oder zwei Jahre, um Updates an die Nutzer weiterzuleiten. Danach sind die Kunden angehalten, eben ein neues Gerät zu kaufen. Das wird aller Voraussicht nach auch in Zukunft leider so bleiben. Immerhin bekommen Hersteller jetzt ein mächtiges Tool an die Seite gestellt, um Updates so schnell wie möglich an die Nutzer zu verteilen.

Kein Update-Ärger mit dem Project Treble

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Google vor rund einem Jahr das Project Treble ins Leben gerufen. Erklärtes Ziel der Initiative ist es, dass Herstellern die Update-Arbeit erleichtert wird. Statt wie bisher das ganze System anzupassen, laufen eigene Apps und Einstellungen künftig auf einem eigenen Layer, der vom Kern-Android abgespalten ist. Die Hersteller können die neue Android-Version dann sehr viel einfacher anpassen, indem sie ihren eigenen Layer über das Android-System „stülpen“. Die Entwicklungszeit dürfte sich so nach Einschätzung von Google mindestens halbieren.

Für uns Nutzer sind das gute Nachrichten, kommen wir doch schneller an Android-Updates. Hersteller benötigen weniger Zeit und Geld, um Updates verteilen zu können. Das Project Treble ist für Google so wichtig, dass der Konzern den Einsatz jetzt sogar verpflichtend vorschreibt. Alle Smartphones und Tablets, die mit Android 8.0 Oreo ausgeliefert(!) werden, müssen die Technik hinter dem Project Treble von Haus aus unterstützen. Anders sieht es leider aus, wenn Geräte auf Android 8.0 aktualisiert werden – da die Version nicht vorinstalliert war, muss das Project Treble auch nicht zwangsläufig unterstützt werden. Beim Galaxy S8 und Note 8 von Samsung ist das zum Beispiel der Fall, da sie ursprünglich mit Android 7.0 verkauft wurden.

Nokia / HMD Global geht noch einen Schritt weiter

Herstellern wird es mit dem Project Treble wie beschreiben einfacher gemacht, neue Versionen von Googles mobilem Betriebssystem so schnell wie möglich an die Kundschaft zu bringen. Der Hersteller Nokia bzw. die dahinter stehende Marke HMD Global geht dabei sogar noch einen Schritt weiter.

In der aktuellen Geräte-Generation wird auf eigene Anpassungen und Apps komplett verzichtet. Ein reines Android läuft auf den Smartphones – es kann entsprechend blitzschnell auf den neuesten Stand gebracht werden. Nokia / HMD Global möchte so Kunden gewinnen, die nicht mehr länger auf Updates warten möchten.

Fazit

Google trägt keine Schuld an verspäteten Android-Updates, sondern die Hersteller. Jetzt gibt es mit dem Project Treble aber eine Initiative, die den Update-Prozess für Hersteller deutlich vereinfachen und beschleunigen wird. Als Nutzer werden wir davon profitieren.

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